Auf einen Blick
- In vielen produzierenden Betrieben liegen die Planungsdaten in getrennten Systemen: Shop, Warenwirtschaft, B2B-Vertrieb. Wer plant, muss alles von Hand zusammenführen.
- Bei einer Kaffeerösterei hat isarcode diese Systeme über ihre Schnittstellen verbunden, sodass sich der Röstplan (welche Bohnen, welche Mischung, welche Menge) aus den echten Bestellungen selbst ableitet.
- Der Mensch bleibt im Spiel: Das System plant vor, die Produktion entscheidet (Human-in-the-Loop).
- Das Muster ist nicht kaffeespezifisch und lässt sich auf jede Branche übertragen, sobald die Systeme über APIs erreichbar sind.
Eine Kaffeerösterei klingt erst mal nicht nach High-Tech. Bohnen rein, rösten, raus. Aber wer schon mal in einer Produktion stand, weiß: Die eigentliche Arbeit ist die Planung. Welche Bohne, welche Mischung, welche Menge, bis wann? Und die hängt an Zahlen, die überall liegen, nur nicht an einem Ort.
Genau das war der Ausgangspunkt für eines unserer Lieblingsprojekte.
Die Ausgangslage: drei Welten, die nicht miteinander reden
Wie in vielen produzierenden Betrieben lagen die entscheidenden Daten in getrennten Systemen:
- Der Online-Shop wusste, was Endkunden bestellen.
- Die Warenwirtschaft wusste, was auf Lager und in Arbeit ist.
- Der B2B-Vertrieb wusste, was Großkunden abnehmen.
Drei Quellen, drei Wahrheiten. Wer den Röstplan machte, musste alles im Kopf oder in Tabellen zusammenführen. Das funktioniert, solange das Volumen klein ist und die richtige Person da ist. Es funktioniert nicht gut, wenn beides nicht mehr stimmt.
Die Idee: die Bestellungen sollen den Plan machen
Statt dass ein Mensch die Daten zusammensucht, sollten die Systeme das selbst tun. Die Logik dahinter:
- Bestellungen aus Shop und B2B laufen zusammen.
- Daraus ergibt sich, welche fertigen Produkte gebraucht werden.
- Die wiederum bestehen aus bestimmten Bohnen in bestimmten Mischungsverhältnissen.
- Abgeglichen mit dem Lagerbestand entsteht: ein konkreter Röstplan. Welche Bohnen, welche Menge, welche Mischung, wann.
Aus „jemand setzt sich hin und rechnet“ wird „der Plan steht, weil die Daten da sind“.
Wie wir es gebaut haben
Wir haben Shop, Warenwirtschaft und B2B-Vertrieb über ihre Schnittstellen (APIs) verbunden und die Planungslogik als automatisierten Workflow abgebildet, mit n8n als Schaltzentrale. Sauber versioniert über eine Dev-Stage-Production-Pipeline, DSGVO-konform, in der EU gehostet.
Wichtig dabei: Der Mensch bleibt im Spiel, wo es zählt. Die Planung schlägt vor, die Produktion entscheidet. Automatisierung heißt hier nicht „Maschine macht blind“, sondern „Maschine macht die Fleißarbeit, Mensch trifft die Entscheidung mit besserer Grundlage“.
Was das bringt
Das Prinzip löst genau die Probleme, die getrennte Systeme verursachen:
- Kein manuelles Zusammensuchen mehr. Die Planungsgrundlage steht automatisch.
- Weniger Abhängigkeit von Einzelpersonen. Das Wissen steckt im System, nicht nur in einem Kopf.
- Schnellere Reaktion. Ändern sich die Bestellungen, ändert sich der Plan, ohne Verzögerung.
- Transparenz. Alle schauen auf dieselbe Datengrundlage.
Konkrete Zahlen zu diesem Case (eingesparte Zeit, Mengen, Durchsatz) tragen wir nach Freigabe nach. Wir erfinden hier nichts.
Und das geht nur bei Kaffee? Nein.
Das Spannende: Das Muster ist nicht kaffeespezifisch. Überall, wo Produktion an Bestellungen, Lager und Vertrieb hängt, lässt es sich übertragen. Lebensmittel, Möbel, Bauteile, Manufakturen jeder Art. Die einzige echte Voraussetzung: Die beteiligten Systeme müssen über Schnittstellen erreichbar sein. Und das sind sie meistens.
Wie aus einzelnen Insellösungen eine zusammenhängende Infrastruktur wird, liest du in Schluss mit Insellösungen.
Regional nah, international erprobt
isarcode ist eine Münchner Agentur mit Office im Chiemgau. Heißt für dich: ein Partner, der lokal ansprechbar ist und trotzdem mit internationalen Projekten und großen Agenturen mitspielt. Regionale Nähe, internationale Liga. Egal ob du am Chiemsee, in Rosenheim oder in München sitzt.
Häufige Fragen
Müssen wir unsere Maschinen anfassen? Nein. Es geht um die Daten- und Planungsebene, nicht um die Maschinensteuerung. Wir setzen auf den Systemen auf, die du eh schon hast.
Was, wenn unsere Software exotisch ist? Solange sie eine Schnittstelle hat, lässt sie sich anbinden. Ob das der Fall ist, klären wir früh und ehrlich.
Ist das ein Riesenprojekt? Wir starten mit dem Teil, der am meisten weh tut, und bauen von da aus. Kein Alles-oder-nichts.
Bleibt die Kontrolle bei uns? Ja. Das System plant vor, ihr entscheidet. Human-in-the-Loop an den wichtigen Stellen.
Und jetzt?
Bei dir hängt die Produktionsplanung auch an Tabellen und an einer Person, die alles im Kopf hat? Lass uns reden. Wir schauen, ob sich dein Plan aus deinen Daten ableiten lässt.